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FTS Future: Blockchain + Internet der Dinge (IoT) + Mobilfunk

03. Apr 2019

Die digitale Zukunft: Blockchain, IoT & Co.

Blockchain + IoT + Mobilfunk: Die Zukunft des Internets & der Digitaltechnik hat bereits begonnen!
© Photocreo Bednarek


Die Blockchain Technologie steht für einige Menschen bereits seit einigen Jahren repräsentativ für die digtale Zukunft, in der Freiheit, Performance und Sicherheit keine Grenzen mehr gesetzt sein sollen. Andere stehen dem Hype der letzten Jahre skeptisch gegenüber oder prognostizieren seit jeher ein bitteres Erwachen - und zumindest teilweise sollten die Kritiker auch Recht behalten.

Die Währung Bitcoin hatte 2017 kurzzeitig Spitzenwerte jenseits der 15.000 € erreicht, schmierte dann aber wieder ab und hatte sich kürzlich oberhalb von 4.000 € eingependelt. Aktuell (Ende April 2019) kratzt der Bitcoin allerdings wieder an der 5.000 € Grenze. Kann die Blockchain Technologie nun die hohen Erwartungen und Hoffnungen erfüllen oder nicht?

Tatsächlich muss man das Thema weit differenzierter betrachten. Die Blockchain Technologie reicht viel weiter als digitale Währungen vermuten lassen. Der Bitcoin ist auch nicht die einzige digitale Währung - entgegen des Hypes ist er auch nicht die vielversprechendste. Doch was bedeuten Blockchain, Bitcoin & Co. für die zukünftige Entwicklung der Digitaltechnik, das "Internet of Things" (IoT) und welche Rolle spielt der Mobilfunk? Besonders mit Blick auf den neuen 5G Standard haben wir von FTS Hennig uns noch einmal etwas genauer mit diesen Themen beschäftigt.

Die digitale Zukunft hat bereits begonnen - das Internet muss sich anpassen!

Was ist Blockchain?

Was ist eine Blockchain - und wie funktioniert sie? (© Sashkin)

Smartphones, intelligente Fernseher und Brillen mit Zugang zum Internet, wie z.B. das „Google Glass“ Projekt, haben wir bereits als Normalität im Alltag angenommen. Intelligente Häuser, in denen komplette Selbstregelung bis ins kleinste Detail über einen zentralen Server abläuft, sind auch schon in der Gegenwart als Pilotprojekte zu finden. In der Industrie sind halbautonome Fertigungshallen keine Seltenheit mehr. Doch das World Wide Web ist den damit verbunden Herausforderungen schlicht noch nicht gewachsen. Verbindungsabbrüche, Sicherheitslücken und stetige Meldungen von Cyber-Angriffen sind nur einige der täglichen Probleme auf dem Weg in die digitale Zukunft.

Das Internet, wie wir es wahrnehmen, ist ein Auslaufmodell: Zentralisierte, miteinander verbundene Server, die zur Verwaltung unserer Daten dienen, auf die wir zugreifen und von denen wir Dienstleistungen anfordern. Dies geschieht längst nicht mehr nur vom heimischen Rechner aus, sondern in ständig steigendem Maße über mobile Endgeräte wie Smartphones, Tablets, so genannten "Wearables" etc. In vielen Fällen hat der mobile Zugriff längst den stationären übertroffen.

Doch im Netz lauern Gefahren, gegen die wir uns ständig abzusichern versuchen: Hacks, Exploits, Datenraub u.v.m. Konten werden missbraucht, Transaktionen gekapert, Gelder gestohlen. Unternehmen, insbesondere Banken und Versicherungen, müssen immense Summen investieren um sich und ihre Kunden vor diesen Missbräuchen zu schützen. Die so entstehenden Kosten versuchen sie wiederum auf ihre Kunden abzuwälzen.

Zusätzlich gerät das World Wide Web immer wieder auch rein technisch an seine Grenzen. Da für viele Zugriffe zeitgleich viele Server benötigt werden, sehen wir uns alltäglich mit einem einfachen Problem konfrontiert: Wenn viele Nutzer zur selben Zeit das Gleiche wollen, bricht die Verbindung zu einem zentralen Server ein - ob auf einem Streaming Sender für ein wichtiges Sportereignis oder während des Starts eines Ticketverkaufs für ein begehrtes Großereignis (Konzert, Festival & Co.).

WICHTIG: Hier handelt es sich nicht etwa nur um eine Meinung unter vielen oder eine phantastische Wunschvorstellung naiver Weltverbesserer. Der bisherige Aufbau des Internets ist für die künftigen Datenmengen sowie die wachsenden Ansprüche an die Performance schlicht nicht geeignet. Eine Dezentralisierung

Neue Herausforderung: Das Internet of Things (IoT)

Dem Internet der Zukunft steht jedoch eine noch viel größere Belastung bevor: Das Internet of Things, kurz IoT, ist längst Realität geworden und findet immer größere Verbreitung. Smart Homes voller intelligenter Haushaltsgeräte, autonome Fahrzeuge und automatische Fertigungsanlagen sind nur einige Beispiele.

Zudem versuchen immer mehr Anbieter ihre Dienste und Leistungen anzubieten, ohne sich dabei auf Serverleistungen großer Firmen verlassen zu müssen - bisher ein unumgänglicher Schritt. Wer seine Waren in größerer Menge loswerden möchte, kommt schwer an Größen wie Amazon oder eBay vorbei. Im Einzelhandel ist dies aktuell vielleicht noch ein zu verschmerzender Umstand, doch im Angesicht einer wirklichen "Share Econonmy", also einer Ressourcen aller Art teilenden, nachhaltig arbeitenden Gesellschaft, geht es um Dezentralisierung, Flexibilität und Geschwindigkeit.

Ressourcen wollen, zu unser aller Vorteil, in Zukunft allen zugänglich gemacht werden - ohne Mittelsmänner, die mitverdienen. Die Zukunft für Anwendungen und Nutzungen dieser Arten ist längst Gegenwart geworden. Wir kennen sie als Blockchain. Allerdings bringen viele sie lediglich mit Kryptowährungen wie Bitcoin in Verbindung. Um zu verstehen, was die Blockchain-Technologie wirklich leisten und wie sie unser aller Leben verändern könnte, muss man zunächst begreifen, was Blockchain ist und wie eine Blockchain funktioniert.


Blockchain + Internet der Dinge (IoT) + Mobilfunk

So viel mehr als Bitcoin - aber was ist Blockchain eigentlich? © VIGE.co


Was ist eine Blockchain?

Auf den ersten Blick mag sich der Blockchain-Ansatz kaum von Ihnen bereits bekannten Datenbanken unterscheiden. Auf einer Blockchain kann jeder Einträge hinterlassen, Informationen verankern, die wiederum von einer Gemeinschaft, bestehend aus Usern, verwaltet werden. Da dürften beispielsweise viele direkt an Wikipedia denken. Auch hier entscheidet eine Gemeinschaft inwiefern, diese Einträge auf dem neusten Stand gehalten oder gar geändert werden. Genau wie auf Wikipedia, sind die Einträge auf einer Blockchain nicht das Produkt einer einzelnen Person. Niemand auf sich gestellt herrscht über die Informationen und ihren Fluss.

Je näher man sich allerdings mit dem Thema Blockchain befasst, desto deutlicher werden die Unterschiede und die Besonderheiten der Blockchain-Technologie. Beide laufen auf einem Verteiler-Netzwerk (dem Internet). Wikipedia jedoch ist Teil dessen, was wir als World Wide Web kennen und nutzt das klassische Client/Server-Netzwerk. Ein Anwender (Client), mit den entsprechenden Erlaubnissen auf seinem Account, hat so die Möglichkeit, Einträge innerhalb der Wikipedia zu ändern, die auf einem zentralisierten Server abgelegt sind.

Die Gegenwart: Ein zentrales Netzwerk

Immer dann, wenn ein Nutzer Wikipedia (oder eben eine Unterseite von Wikipedia) aufruft, wird ihm die aktuellste Version der „Master Copy“ von Wikipedia zur Verfügung gestellt. Die Kontrolle über die dahinterstehende Datenbank verbleibt jedoch immer bei den Administratoren von Wikipedia. Zugang und Erlaubnisse werden von einer zentralen Autorität verwaltet.

Wikipedias digitales Rückgrat ist dabei vergleichbar mit den best geschützten und ebenfalls zentralisierten Datenbanken, die Regierungen, Banken und Versicherungen heutzutage nutzen. Die Kontrolle über diese Datenbanken liegt bei ihren Besitzern, sie regeln nötige Updates, Zugänge und den Schutz vor Bedrohungen durch Cyber-Kriminelle oder gar Cyber-Terroristen.

Die mögliche Zukunft: Ein dezentrales Netzwerk

Das Rückgrat einer verteilten Datenbank, wie z.B. einer Blockchain, unterscheidet sich fundamental vom zentralen Modell. Zugleich ist es die wichtigste und elementarste Eigenschaft der Blockchain-Technologie. Die „Master Copy“ von Wikipedia wird auf einem Server bearbeitet, alle Anwender bekommen automatisch die aktuelle Version zugänglich gemacht (Google Docs funktionieren z.B. auch nach genau diesem Prinzip). Im Falle der Blockchain kommen aber alle Teile ("Knoten") der Blockchain zur selben Lösung. Alle aktualisieren ihren Eintrag unabhängig und die populärste Version auf der Blockchain wird schlussendlich zum offiziellen Eintrag und so zur „Master Copy“. Auf einer Blockchain existiert nicht jeder Eintrag nur einmal (eben auf einem zentralen Server) sondern zigtausend Male auf jedem dezentralen Server.

Wer nun an Torrent-Netze oder Systeme zur Versionsverwaltung (GitLab etc.) denkt, kommt der Sache schon recht nahe - obwohl die Blockchain-Technologie konsequent wesentlich weiter reicht.

Jede Transaktion, jede Handlung auf einer Blockchain, wird gesendet und daraus erschafft jeder Knoten einer Blockchain eine eigene, aktualisierte Version von Ereignissen, resultierend aus diesen Transaktionen.

Dies ist zwar ein abstrakter Satz, der aber Ereignisse auf einer Blockchain grundlegend sehr genau beschreibt. Da alle Einträge auf jedem Teil der Blockchain liegen, erfahren auch alle Teile gleichzeitig ein Update. Dabei kann es durchaus zu Unterschieden kommen. Im Konsens des Netzes gilt, dass die am häufigsten abgelegte Version als die richtige angesehen wird.

Dieser Unterschied macht die Blockchain-Technologie so umfassend anwendbar. Sie stellt eine absolute Innovation für die Verwaltung und Verteilung von Informationen dar, welche die Notwendigkeit für eine übergeordnete Verwaltung (der alle Anwender vertrauen müssen) überflüssig macht. Das Erzeugen von digitalen Verbindungen und Versionen regelt sich von ganz alleine.

Blockchain ist dabei keine neue Erfindung. Sie ist vielmehr eine Kombination von einer Vielzahl Technologien, die sich als sehr gut nutzbar erwiesen haben, die im Gemeinschaft einfach neu genutzt werden. In ihr vereinen sich drei Technologien:

Die Basis für eine Blockchain:

  • FTS Haken Das Internet
  • FTS Haken Private Verschlüsselungen
  • FTS Haken Protocol Governing Incentivization (Belohnungen)

Gemeinsam machen sie die Blockchain-Technologie so umfassend nutzbar. Denn längst dreht es sich nicht mehr nur um die Verwaltung von Daten, sondern um Nutzbarkeit digitaler Beziehungen bis in die kleinste Ebene. Ein „Internet of Things“, also ein Netzwerk der Dinge und Endgeräte, mit dem wir gefahrlos sogar die Einkäufe in unserem Alltag einem Protokoll überlassen können, ohne Drittparteien zu deren Nutzen ungefragt unsere Daten zuer Verfügung zu stellen, ist längst möglich. Die Anwendung geht sogar so weit, dass wir durch unsere aktive Beteiligung an der Datenverwaltung, also die Zuverfügungstellung dieser Daten für Unternehmen (z.B. Amazon, Google usw.), belohnt werden würden.


Blockchain: Jeder Anwender hat Zugriff auf das dezentrale Netzwerk

Jeder Anwender hat Zugriff auf das dezentrale Netzwerk: Das ist Blockchain! © sdecoret


Die Funktionsweise einer Blockchain

Aus den genannten Komponenten resultiert ein Geflecht aus digitalen Interaktionen, welches keine Verwaltung mehr benötigt. Die Aufgaben, die einer Administration zufallen würden, regelt eine Blockchain in sich. Dies geschieht auf eine elegante, schlanke, einfache und zugleich extrem widerständige Art und Weise: Durch ihren zugrundeliegenden Aufbau.

Für den "Digital Trust": Private Key Cryptography

Vertrauen ist immer eine Risikoabwägung zwischen Unternehmen, Gruppen oder Einzelpersonen. In der digitalen Welt lässt sich Vertrauen oftmals darauf reduzieren, ob eine Identität (durch Authentifizierung) mit entsprechenden Erlaubnissen (durch Autorisierung) nachgewiesen werden kann. Einfach gesagt wollen wir wissen: „Sind Sie der, der Sie vorgeben zu sein?“ und „Sollten Sie tun dürfen, was Sie tun wollen?“.

Auf einer Blockchain aber stellen sich diese beiden Fragen nicht. Die "Private Key Cryptography" (Privater, verschlüsselter Zugang) stellt ein mächtiges Werkzeug zur Überprüfung von digitalen Besitzbarkeiten dar - und genau darunter fallen auch Zugänge und Erlaubnisse! Zeitgleich müssen durch diese Anwendung nicht mehr persönliche Daten ausgetauscht werden, als für den jeweiligen Austausch notwendig sind. Das Risiko, sich Hackern auszusetzen, wird dadurch massiv minimiert.

Auch für alltägliche Geschäfte ist eine Authentifizierung nicht ausreichend. Es bedarf auch immer der nötigen Autorisierung. Aus dem Alltag gegriffen: Es reicht nicht aus bei eBay ein registriertes Mitglied zu sein (Authentifizierung), sondern es muss auch genug Geld auf dem Konto sein und ein Zugang zum Konto bestehen (Autorisierung), um einen Kauf abschließen zu können. Um dies wirklich risikofrei abzuwickeln, ist eine verteiltes "Peer-to-Peer"-Netzwerk (Nutzer zu Nutzer) zwingend notwendig. Andernfalls entstehen wieder genau die Probleme, mit denen wir uns bis dato jeden Tag im World Wide Web konfrontiert sehen: Daten können abgegriffen werden, sie können korrumpiert werden oder die Kommunikation zwischen zwei Servern scheitert einfach aus banalen Gründen wie einer Überlastung. Das Geschäft kommt dann entweder nicht oder zumindest nicht wie gewollt zustande.

Ein verteilt arbeitendes Netzwerk muss also viel Wert darauf legen, alle Transaktionen zu speichern und Sicherheit zu gewährleisten. Eine Transaktion zu gestatten ist dabei immer eine Aufgabe des gesamten Netzwerks unter Anwendung der grundlegende Regeln (eben des Blockchain Protokolls).

Dank des Protokolls muss sich auf der Blockchain eben nicht mehr gesondert auf Authentifizierung und Autorisierung verlassen werden. Bisher ist dieser Umstand ein extremer Kostenfaktor, dessen Abschaffung die Blockchain so attraktiv für Banken, Versicherungen und Regierungen macht. Wenn dieser Posten wegfällt lassen sich neue und sehr kraftvolle, digitale Beziehungen schmieden. Aus dem uns bekannten Internet wird, mittels Blockchain als Rückgrat der Transaktionsebene, ein "Internet der Werte".

Allein die Idee, dass kryptographische Schlüssel als Zugangsmittel dienen und in geteilten Datenbanken jeder Anwender belohnt werden könnte, wodurch sichere und (in Bezug auf Vertrauen) besondere Beziehungen auf einer digitalen Ebene möglich werden, haben die Vorstellungskraft für digitale Experimente beflügelt. Startups, IT-Firmen, Banken und Regierungen haben allesamt ein Interesse daran, dieses Internet möglich zu machen.

Überall, wo Vertrauen den Grundstein bildet, hilft die Blockchain. Ob Einkäufe bei direkten Verkäufern (ähnlich der Bewertungen bei eBay), einer Autovermietung im Sinne der Share Economy (jeder mit der nötigen Vertrauensbasis kann Ihr Auto nutzen), über die Lenkung eines Smart Homes, bis hin zum Agieren auf Zukunftsmärkten (dem Voraussagen von Ereignissen als Wirtschaftsmodell): All dies erscheint nun möglich zu sein!

Die drei Säulen der Blockchain Technologie:

  • FTS Haken Private Key Cryptography
  • FTS Haken P2P Netzwerk
  • FTS Haken Blockchain Protokoll

Details zur Funktionsweise von Blockchains

Basierend auf diesen drei, grundlegenden Technologien ergibt sich die Anwendung der Blockchain. Keine ist sonderlich neu, neu ist aber das Zusammenspiel und die Art, wie sie genutzt werden. „Private Key Cryptography“, „Distributed Network“ mit geteilten Zugriffen und eine Form der Belohnung für die Nutzung der Transaktionsdienste, der Datenpflege und der Sicherheit sind die drei Säulen von Blockchains. Zwar gibt es zwischen den unterschiedlichen Blockchains abweichende Gewichtungen dieser drei Punkte, sie finden sich aber in allen wieder.

Private Cryptographic Keys

Ein abstraktes Wort, zu Deutsch bedeutet es so viel wie „Persönlicher, verschlüsselter Zugang“. Für eine Transaktion über das Internet auf einer Blockchain hat jeder Nutzer einen privaten und einen öffentlichen Schlüssel (private and public key). Der Zweck dahinter ist eine sichere Referenz zur eigenen, digitalen Identität zu haben. Jede Identität basiert dabei auf einer Kombination dieser beiden Schlüsselformen. Eine Verbindung dieser beiden Schlüssel ergibt eine Zustimmung zu einem Vorgang und erzeugt eine ambivalent einsetzbare, digitale Unterschrift. Zusätzlich bietet diese Form der Unterschrift eine umfassende Kontrolle über die eigenen, digitalen Besitztümer.

Identität

Eine umfassende Kontrolle aber ist nicht genug um die Sicherheit digitalen Beziehungen zu gewährleisten. Zwar ist damit die Authentifizierung abgehakt, aber es bedarf noch immer eines starken Wegs um Transaktionen und Erlaubnisse zu bestätigen: Die Autorisierung. Auf einer Blockchain beginnt dies im verteilten Netzwerk.

Distributed Network (verteiltes Netzwerk)

Die Vorteile und Notwendigkeit eines verteilten Netz werden verständlich, wenn man dafür das Gedankenexperiment des Baumes, der im Wald umfällt, heranzieht.

Fällt ein Baum in einem Wald um und Kameras zeichnen dies auf, dann haben wir einen visuellen Beleg für das Umfallen des Baums, auch wenn wir nicht wissen warum und wie dieser Baum umfiel.
Fällt einfach nur ein Baum im Wald um, wird dies niemand mitbekommen und es stellt sich die Frage, ob dieser betreffende Baum überhaupt umgefallen ist, nur weil dies beleglos behauptet wird.

Ein wichtiges Argument für die Bitcoin-Blockchain sind die vielen Validierer, die, genau wie die Kameras in der Analogie um den fallenden Baum, einen Konsens darüber erreichen, dass sie ein und den selben Vorgang im selben Augenblick gesehen haben. Nur kommen statt Kameras mathematische Belege zum Einsatz. Damit wird auch direkt deutlich, dass je größer das Netzwerk ist, desto sicherer arbeitet es. Mit Bitcoin, als noch größtes unter den Blockchain-Netzwerken, gibt sich der perfekte Ausblick in die Zukunft: über 3.500.000 TH/s je Sekunde übertrifft Bitcoin in der Menge der Vorgänge die 10.000 größten Banken der Welt zusammen. Ethereum, auf Platz 2 der Blockchains (und mit dem starken Potential Bitcoin irgendwann zu übertreffen), bringt 39,1 TH/s ins Spiel. Damit übertrifft der kleine Bruder von Bitcoin locker Giganten wie Google.


Knotenpunkte einer Blockchain

Je mehr Knotenpunkte, desto sicherer & stabiler ist die Blockchain! © tawanlubfah


Aufzeichnungssystem

Wenn sich kryptografische Schlüssel mit einem Netzwerk verbinden, ermöglichen sie digitale Interaktionen. Wenn Person A über den eigenen, privaten Schlüssel angibt zu handeln - im Fall von Bitcoin eine bestimmte Summe der Kryptowährung zu versenden - und den eigenen, privaten Schlüssel mit dem öffentlichen Schlüssel von Person B verbindet, dann kommt eine Transaktion zustande. Auf fortschrittlicheren Systemen, wie der Ethereum Blockchain, beschränkt sich dies nicht nur auf die Transaktion von Tokens (Ein Überwährung über der tatsächlichen Kryptowährung) und der Kryptowährung selber, sondern auf jede Form des Agierens. Darunter auch die Steuerung des heimischen Kühlschranks.

Im nächsten Schritt wird ein Block (deswegen Blockchain) bestehend aus der digitalen Unterschrift, einem Zeitstempel und allen relevanten Informationen an alle Knoten des Netzwerks gesendet. Im Falle des World Wide Webs würde ein vergleichbarer Informationsblock lediglich an einen zentralen Server gesendet werden - und könnte entsprechend leicht manipuliert werden. Auf der Blockchain ist es ohne extreme Rechenkraft (höher als die aller beteiligten Systeme) schlicht nicht möglich genug Knoten zu manipulieren um die Deutungshoheit über diesen Vorgang zu erlangen.

Netzwerkwartungsprotokoll

Ein Realist könnte nun hingehen und das Gedankenexperiment rund um den Baum in sich anzweifeln. Warum sollten sich Millionen Kameras bereithalten, nur um den Augenblick eines fallenden Baums einzufangen? In anderen Worten: Wie bringt man Rechenkraft dazu sich der Sicherheit in einem Netzwerk zu widmen?

Ganz einfach: Es gibt Belohnungen. Öffentliche Blockchains involvieren Mining, also das Schürfung von Werten: Kryptowährungen. Mining an sich fußt auf einem einmaligen Ansatz einer der ältesten, ökonomischen Fragen: Der Tragik der Allmende. Eine frei verfügbare, aber begrenzte Ressourcen wird nicht effizient genutzt werden und durch Übernutzung bedroht, was schließlich auch die Nutzer selbst bedroht.

Auf einer öffentlichen Blockchain aber wird jedem, der Rechenleistung zur Verfügung stellt, eine Belohnung in Aussicht gestellt. Das Eigeninteresse eines jeden Users auf der Blockchain wird genutzt um dem allgemeinen Bedürfnis gerecht zu werden.

Zielsetzung von Protokollen auf einer Blockchain

Dennoch braucht jedes Protokoll eine Zielsetzung. Im Fall von Bitcoin ist dieses die Möglichkeit auszuschließen, dass eine Bitcoin zeitgleich in unterschiedlichen Transaktionen zum Einsatz kommt.

Um die direkte Zuordnung von Tokens und Kryptowährungen zu erreichen, müssen alle Knoten des Netzwerks (also alle beteiligten Rechner oder Zusammenschlüsse von Rechnern) eine Historie von Vorgängen erschaffen und warten - und dies für jeden einzelnen Vorgang. Um das zu erlangen, müssen komplizierte, mathematische Gleichungen gelöst werden. Simplifiziert bedeutet dies: Alle beteiligten Akteuere stimmen mit ihrer Rechenkraft darüber ab, ob ein neuer Block (bestehend aus Private und Public Key) in die Blockchain aufgenommen wird, oder ob ein Block für ungültig erklärt wird. Wenn eine Mehrheit erzielt wurde, darf der neue Block sich anschließen. Er bekommt einen weiteren Zeitstempel. In diesem Block können natürlich nicht nur Transaktionsdaten über eine Kryptowährung liegen, sondern auch Nachrichten, Befehle und alle nur erdenklichen Formen an Datensätzen.

Der genaue Vorgang unterscheidet sich dabei von Blockchain zu Blockchain. Bitcoin bezieht sich rein auf den Handel mit der eigenen Währung, Ethereum geht viel weiter und erlaubt dank Smart Contracts jeglichen Vorgang über die Blockchain zu lenken, der digitalisierbar ist. Dazu können spezielle Regeln aufgesetzt und der Belohnungsvorgang skaliert werden. Wichtig ist nur das basisdemokratische Abstimmungsverfahren zwischen den Knoten einer Blockchain. Am Ende wird jede Teilnahme honoriert und das in Form von Kryptowährung, die sich wiederum für Dienste und Anwendungen einsetzen lässt.


Die Krypotowährung Bitcoin

Die Krypotowährung Bitcoin ist aktuell auf dem Vormarsch - doch wie lange noch? © Wit


Tokens & Kryptowährungen

Bitcoin als erste und größte Kyrptowährung hat eine klare Zielsetzung: Gelder zu transferieren. Dieses einfache Konzept macht Bitcoin für viele Nutzer sehr attraktiv. Eine nicht unwesentliche Menge dieser Nutzer verfolgt damit kriminelle Interessen. Die Anonymität und Unregulierbarkeit der Bitcoin-Blockchain (und vieler anderer Blockchains) ist dabei ein zusätzlicher Bonus. Bitcoins und Altcoins (Kryptowährungen neben Bitcoin) haben nur einen Zweck: sie sind Zahlungsmittel. Für ein Internet der Dinge jedoch erscheint es wenig sinnvoll jedes Mal gefühlt Geld für Dienste an einem Gerät auszugeben, dass einem längst gehört - auch wenn es Modelle gibt, die ein solches Vorgehen durchaus attraktiv erscheinen lassen.

Blockchains, die keine reinen Kopien der Open-Source Software von Bitcoin sind, sind häufig mit Tokens versehen. Diese sind eine übergeordnete Währung auf der Blockchain, die sich zwar auch in Kryptowährungen (die der Blockchain und andere) tauschen lassen, aber deutlich vielseitiger einsetzen lassen. Obendrein können sie nicht geschürft werden, sie müssen verdient werden. In vielen Fällen symbolisieren sie Loyalität oder guten Service. Kunden können damit Dienste als besonders gut bewerten und Anbieter schnelle Zahlungen honorieren (oder positive Bewertungen). Ausgeschüttet werden Tokens allgemein durch Investitionen in neue Projekte auf einer Blockchain. In gewissem Maße sind sie also mit initialen Aktienausschüttungen (IPO, Initial Public Offerings) vergleichbar. Deswegen nennt man sie auch ICO (Initial Coin Offering).

Was kann eine Blockchain leisten?

Finanzinstitute haben Brüche in unzähligen Industriezweigen in den letzten 30 Jahren unterstützt. Besonders ihnen ist schnell bewusst, was wirklich revolutionäres Potential hat. So wundert es wenig, dass Blockchain ein extrem wichtiges Thema auf jeden Bankkongress in den letzten Jahren war, ist und sein wird. Um dabei die Nase vorne zu haben, haben Banken längst ihre eigenen Entwicklungsfirmen aufgestellt, Test-Zentren eingerichtet und Beziehungen zu den wichtigsten Vordenkern hinter bestehenden Blockchains begonnen.

Sie waren die ersten, die sich in der wirtschaftlichen Öffentlichkeit ernsthaft mit dem Thema Blockchain auseinandersetzten, wenn auch Universitäten, Regierungen, Versicherungen und Beraterfirmen langsam aufholen.

Für Banken bedeutet die Blockchain Technologie in besonderem Maße die Möglichkeit extrem viel Geld zu sparen und Geschäfte deutlich schneller abwickeln zu können. Letzteres aber gilt nicht nur für Banken, sondern insbesondere auf Blockchains wie Ethereum für jeden. Auf speziellen Marktplätzen kann jeder ohne Gebühren seine Dienste anbieten: spezielle Tools für Musiker, Add-Ons für bestehende Programme, Textarbeiten, Backwaren, Bedarf für Fachbetriebe, die Formen sind grenzenlos. Und der Clou: Die Abwicklung von Geschäften läuft dank der Blockchain fast ganz von alleine.

All diese Arbeit besteht zusätzlich zu dem, was Unternehmer und Entwickler in Blockchains wie Bitcoin und Ethereum bereits geleistet haben und leisten. Jeden Tag treten neue Blockchains auf, viele davon nicht der Öffentlichkeit zugänglich mit sehr speziellen Zielen und Anwendungsmöglichkeiten.

Vieles davon steckt noch in der Entwicklung, aber grundlegend kann jede Blockchain bereits einiges leisten:

Digitale Identität aufbauen

Wie bereits festgestellt, ist Identität einer der wichtigsten Bestandteile einer jeden Blockchain. Gewährleistet wird dies durch die Nutzung von kryptografischen Schlüsseln. Die Verbindung von öffentlichem und privatem Schlüssel erzeugt eine sichere, digitale Referenz zur eigenen Identität. Mit dem öffentlichen Schlüssel, dem „Public Key“ identifiziert man sich in der Menge (ähnlich einer E-Mail-Adresse), mit dem privaten Schlüssel, dem „Private Key“ drückt man Zustimmung zu digitalen Interaktionen aus.

Daten verwalten

Ein extrem wichtiger Punkt, auf den wir später noch genauer eingehen werden. Blockchains sind in allen Fällen eine echte Innovation in Bezug auf die Registrierung und Verteilung von Daten. Sie eignen sich nicht nur perfekt dafür statische Daten (beispielsweise eine Nutzer-Registratur), sondern auch dafür dynamische Daten (Transaktionen) zu verwalten. In Bezug auf Datenpflege ein wichtiger, evolutionärer Fortschritt, der lange überfällig war. Wer einmal versuchte mit mehreren Personen ein Dokument zu bearbeiten, wird wissen, was gemeint ist. Als Registratur können Daten auf drei Arten auf einer Blockchain abgelegt werden:

Ein Blockchain-Hash wird allgemein dann durchgeführt, wenn Datensätze zusätzlich abseits der Blockchain abgelegt werden. Digitale Fingerabdrücke, als Beispiel, werden oftmals in die Blockchain eingewebt, der Löwenanteil an Informationen zu diesen Fingerabdrücken liegt aber offline. Ein Musiker könnte so anhand spezieller Klänge aus seinem aktuellen Werk identifiziert werden, sein noch unveröffentliches Album aber ruht noch im Tonstudio und wird erst bald online gestellt. Mit seinem digitalen Fingerabdruck kann er aber jederzeit das Urheberrecht an seinem Werk belegen.

Mittels dieser Art der Datenverwaltung werden in Zukunft weit verzweigte Organisationen viel besser und schneller zusammen arbeiten können. Probleme, wie sie bisher bei geteilten Dokumenten auftreten, gehören der Vergangenheit an. Derzeit liegen Datensätze vieler Gruppierungen auf privaten Servern und es entstehen immense Kosten allein durch Transaktionen zwischen und innerhalb von Unternehmen durch Bearbeitungsprozesse und dem Überprüfen von Datensätzen. In der Blockchain Terminologie nennt man diese Art der Datenverwaltung „Distributed Ledger“ oder „Distributed Ledger Technology“ kurz DLT. Ledger steht dabei für soviel wie „Hauptbuch“, sie ist also mehr als nur reine Datenerfassung, sie ist ständige Datenverwaltung und Datenpflege in einem.

Besonders diese Eigenschaft macht Blockchains für Versicherungen sehr attraktiv. Mittels intelligenter Datenerfassung und Datenverwaltung lassen sich viele Verzögerungen aushebeln, da diese oftmals auf mangelnder und fehlerhafter Absprache zwischen den zuständigen Personen basieren. Daten werden schlecht oder falsch erfasst und Prozesse so verschleppt. Dank der Blockchain Technologie würden diese Fehler automatisch erkannt und automatisch abgelehnt oder sogar direkt korrigiert.

Bewiesene Unveränderlichkeit

Eine wichtige Eigenschaft einer jeden Blockchain ist es, dass jede eine eigene, ablegte Historie hat. Deswegen werden sie auch als unveränderlich (immutable) bezeichnet. Zu Deutsch: Einen Eintrag auf der Blockchain zu verändern, würde bedeuten alle Daten im Anschluss ebenfalls zu verändern - und das auf jedem Knoten. Möglich ist dies tatsächlich nur mit Zustimmung einer Mehrheit aller Anwender auf einer Blockchain. Dieser Vorgang wird als „Fork“ (Gabel) bezeichnet und nur in extremen Fällen angewendet.

Durch den Einsatz einer solche Maßnahme kann tatsächlich eine Blockchain gespalten werden. Durch einen Betrug über einen menschgemachten Fehler konnte auf der Ethereum Blockchain ein anwenderfinanziertes (Crowdfunding) Projekt um einen großen Teil seiner Gelder gebracht werden. Unter den Nutzer wurde abgestimmt, die Mehrheit sprach sich für eine Annullierung der Investition aus. Alle die dagegen gestimmt hatten, spalteten sich von der Blockchain ab und ignorierten diese Annullierung. Alle anderen ließen die Annulierung wirksam werden und änderten mit geballter Rechenkraft ihr Blockchain.

Eine Blockchain ist dadurch immer mehr als nur eine einfache Datenbank, sie ist ein komplettes Aufzeichnungssystem.


Die dezentrale Zukunft des Internets: Blockchains

Die dezentrale Zukunft des Internets: Blockchains © chombosan


Ambivalente Plattform

Kryptowährungen waren die erste Plattform, die auf Basis der Blockchain Technologie entwickelt wurden. Schon seit 2013 haben sich User und Entwickler davon entfernt. Eine Blockchain (insbesondere Ethereum) dient nicht nur zum Austausch von Währung oder Tokens, sondern für die Nutzung von „Smart Contracts“. Unter diesen kleinen Programmen haben sich im Verständnis des weltweiten Webs viele Dinge vereint, grundsätzlich lässt sich das Konzept aber in eine Handvoll Kategorien aufteilen.

Es gibt die „Vending Machine“ Smart Contracts, ein Begriff den Nick Szabo bereits in den 90er Jahre geprägt hat. Darunter verstehen sich tatsächliche Maschinen, die handeln, nachdem sie einen externen Eingang durch eine Kryptowährung erhalten haben. Gleich einem Automaten eben, in dem Geld geworfen wird und der in Folge dessen eine Getränkedose ausspuckt. Gleiches funktioniert auf der Blockchain: Durch Abgabe eines Tokens oder einer anderen Wertigkeit wird eine gewünschte Aktion auf der Blockchain eingeleitet.

Es gibt „Smart Legal Contracts“, auch als Ricardianische Verträge bekannt. Benannt wurden sie nach dem britischen Wirtschaftswissenschaftler David Ricardo (1772 - 1823). Diese Form der Anwendung fusst darauf, dass ein Vertrag immer eine Zusammentreffen von Gedanken ist. Ein Ergebnis aus diesem Zusammentreffen ist stets das, worauf sich alle beteiligten Parteien in einem tatsächlichen Vertrag einigen. Ein Vertrag kann eine mündliche Absprache, ein schriftliches Dokument oder eben ein oder mehrere nützliche Aspekte der Blockchain sein, als Kombination aus Zeitstempel, Token, Schlüssel, Dokumentenverwaltung und / oder Geschäftslogik. Wenn also ein Kunde bei einem Dienstleister ein Produkt bestellt und sich mittels eines Smart Contracts auf einen bestimmte Zahlung nach Eingang des Produkts geeinigt wurde, dann geschieht nach Absendung des Produkts alles automatisch - vorausgesetzt alle nötigen Grundsätze (wie ein ausreichender Kontostand für die Bestellung) sind gegeben. Bei Eingang von Waren wird eine Zahlung automatisch ausgelöst.

Abschließend existieren Ethereum Smart Contracts. Diese kleinen Programme bilden derzeit die Krönung unter den Smart Contracts. Sie können auf der Ethereum Blockchain alle nur erdenkliche Aufgaben erledigen und ganze Systeme automatisieren. In einigen kleinen Gemeinden (wie Wohngemeinschaften in Berlin oder New York) kontrollieren sie die komplette, eigene Energieversorgung.

Blockchain Technologie & das Internet of Things (IoT)

Unsere Welt wächst immer enger zusammen. Abläufe beschleunigen sich nicht nur, sie müssen beschleunigt sein. Alles wird smarter, wird intelligenter und soll effizienter funktionieren. Dank dem IoT, dem Internet of Things, scheint all dies möglich zu sein. Besonders in der Wirtschaft sprechen aktuelle Fortschritte eine deutliche Sprache. Unternehmen profitieren auf viele Arten davon und zeigen, dass das IoT der Schlüssel zu einer umfassenden, digitalen Transformation bildet. Blockchain Technologie leistet dazu bereits heute einen wesentlichen Beitrag.

Für den britischen Online-Händler Ocado könnten so halbautonome Roboter, die mit einer selbstlernenden Software versehen sind und über ein extrem fortschrittliches Rechenzentrum gelenkt werden, zum Einsatz kommen. Im Sinne von absoluter Mobilität im eigenen 4G-Netz. Der Anbieter plant einen vollautomatischen Supermarkt - und dieses Modell als wegweisendes Beispiel nach ganz Europa zu verbreiten. Schon jetzt transportieren schweigsame Roboter und Förderbänder Waren durch die Lagerhallen von Ocado. Jedes Produkt hat seinen Platz, alles ist mit Barcodes versehen. Bald schon soll sogar das Bepacken der Einkaufskörbe durch besondere Robotorhände erledigt werden.

Anbieter aus der Mobile-Branche wie Vodafone haben längst schon spezielle IoT-Narrowbandnetze erstellt und bieten besondere LTE-Lösungen an. Landwirtschaftliche Prozesse ließen sich dank dem Internet of Things und intelligenten Endgeräten fast vollständig automatisieren. Kühe tragen spezielle Halsbänder, durch die erkannt wird, ob sie gemolken oder gefüttert werden müssen. Bis zu 600 Daten werden so je Sekunde erfasst und analysiert. Im Falle einer drohenden Kalbung wird der Bauer direkt auf sein Smartphone benachrichtigt, auf Wunsch der Veterinär gleich mit.

Für viele Industriezweige und in der Forschung sind Smarte Brille von hohem Interesse und kommen bereits zum Einsatz. Diese erzeugen eine erweiterte Realität im Sinne von Augumented Reality. Daten können auf der Brille eingeblendet werden, Modelle im leeren Raum entworfen und verändert werden - und dies für jeden sichtbar, der mit so einer Brille ausgestattet ist. Die Möglichkeiten hier sind solche, wie sie vor wenigen Jahren noch als pure Science-Fiction, wie aus Blade Runner oder Minority Report, erschienen.

Es ist bei weitem nicht mehr nur in Industrie und Automotive-Branche, die auf intelligente Anwendungen setzt. Gesundheitswesen, die Logistik-Branche, das Energiewesen und der Einzelhandel setzt vermehr auf vernetzte Geräte, auf Maschinen und automatisierte Prozesse. Inzwischen hat sich der Anteil der Unternehmen, das Internet of Things nutzen um das Doppelte gesteigert: 2017 liegt die Quote bei 29 Prozent von vormals rund 13 Prozent. Besonders Transport und Logistik verzeichnen den größten Zuwachs, dicht gefolgt vom Einzelhandel. Die Zufriedenheit ist hoch. Etwa 95 Prozent der befragten Unternehmen äußern sich positiv. Wichtig ist dabei auch die Größe solcher Netzwerke: bis zu 50.000 angeschlossene Geräte sind längst keine Seltenheit mehr und stellen kein Problem dar.

Die Blockchain Technologie ermöglicht schon jetzt eine Beschleunigung. Dabei muss das firmeninterne Netz natürlich nicht Teil einer großen Blockchain sein, auch eine eigene, die mit anderen Blockchains in Verbindung tritt, ist möglich. Wichtig ist für den Einzelanwender, wie auch für große Unternehmen, dabei eine flüssige Anbindung an ein starkes Mobilfunknetz. Der Zugriff so sicher und problemlos von möglichst jedem Winkel der Erde erfolgen. Wie so oft liegt die Betonung auf Sicherheit. Dank der Blockchain Technologie kann der Privatmann auf der anderen Seite des Globus sich genau so leicht und eindeutig davon überzeugen, dass das neue Smart Home noch steht, wie der Vertriebsleiter sicherstellen kann, dass die automatisierte und von Smart Contracts gelenkte Logistik rund um die Uhr funktioniert - und das fehlerlos, sicher und unterbrechungsfrei.

Das Internet of Things ist also schon Gegenwart. Milliarden smarte Endgeräte verändern unsere Häuser, Städte, den Alltag - und sie werden sie weiter verändern. Allerdings könnten sie ein extremes Sicherheitsrisiko darstellen. So, wie sie derzeit weitestgehend in unseren Alltag integriert sind, operieren sie auf einem zentralisierten Sicherheitsmodell. Zusätzlich sollen sie in vielen Fällen klein sein, unaufdringlich, handlich und extrem praktisch.

Das macht es aber umso schwerer sie wirklich sicher zu gestalten. Globale Hacks durch Regierungen und ähnliche Einrichtungen wie Stuxnet und Nitro Zeus haben diese Bedrohungen deutlich aufgezeigt. Gefahren können aber viel kleiner beginnen. Smarte Geräte können in einem Botnet (einem Netzwerk voller kleiner Programme, die sich als Nutzer ausgeben) gefangen werden oder sich tatsächlich einfach auf Grund fehlerhafter Befehle verselbstständigen. Zuletzt berichteten weltweit Nutzer von Amazons Alexa, dass sich dieser freundliche Helfer verselbstständigte. In Hamburg musste sogar die Polizei in eine Wohnung eindringen. Alexa begann mitten in der Nacht auf voller Lautstärke Musik abzuspielen, während der Besitzer auf der Reeperbahn feiern war. Alexa hatte mit voller Lautstärke die gesamte Hausgemeinschaft um den Schlaf gebracht.

Mehr Sicherheit durch Blockchain

Blockchain, mit den bereits angeführten, kryptografischen Prozessen, auf denen die Technologie basiert, bietet eine mehr als interessante Alternative zu zentralisierten Sicherheit. Sicherheitsprotokolle wären auf einer Blockchain dezentralisiert, es gibt keinen zentralen Angriffspunkt. Obendrein bietet die Unveränderlichkeit der Blockchains einen sehr starken Schutz gegen die Manipulation von Datensätzen. Eine Beschädigung eines automatisierten Lagers oder eben die ungewollte Aktivierung von Alexa mitten in der Nacht aufgrund fehlerhafter Informationen wären, außer durch einen menschlichen Fehler, schlicht unmöglich - das perfekte Zusammenspiel

Blockchain ist für die Sicherheit des IoTs genau so vielversprechend wie für Kryptowährungen. Die Technologie stellt sicher, dass Daten einwandfrei sind und das Daten keinen unnötigen Ballast enthalten. Für ein Internet der Dinge zwei unumgängliche Punkte, denn der Datenfluss, oftmals über Mobilfunknetze, zwischen Sensoren und verbauten Prozessoren der Endgeräte und dem Internet muss konstant sein. Sonst werden sie überflüssig. Ob ein direkt mit der Versicherung verbundenes Auto, automatische Gesundheitschecks über Armbänder oder intelligente Wände, die Verschmutzungen melden, nichts geht ohne andauernden Datenfluss. Auf der Bitcoin-Blockchain werden lediglich digitale Gelder zwischen „Wallets“ verschoben, aber Blockchains wie Ethereum zeigen deutlich, was alles darüber hinaus möglich sein kann - dank der „Smart Contracts“.

Beispiel AnchorChain - eine reine IoT Blockchain

Derartig aufgestellte Blockchains bieten die optimale Infrastruktur für das Internet der Dinge. Ethereum ist bei weitem nicht die einzige Option. Projekte wie ChainAnchor konzentrieren sich ganz auf die Sicherheit angeschlossener Geräte und integrieren jetzt schon unterschiedliche Sicherheitsebenen in Zusammenarbeit mit Herstellern, Datenanbietern und unabhängigen Kundengruppen.

Auf AnchorChain ist es schon bald möglich Daten, die die Geräte jede Sekunden auffangen, die nicht im tatsächlichen Moment genutzt werden, zu verkaufen. Daraus ergeben sich weitere, interessante Möglichkeiten. Fahrradkuriere, Taxi- und Vielfahrer könnten ihre gewonnen Verkehrsdaten an Anbieter von Navigationsprogrammen verkaufen. Die Bezahlung erfolgt dabei im Mikrobereich, da sich Kryptowährungen bis ins kleinste aufspalten lassen - oder eben in Tokens.

Freie, ungenutzte Kapazitäten der angeschlossenen Geräte könnten wieder der Blockchain angeboten werden um Sicherheit und Leistung zum Wohle aller zu stärken, was ebenfalls honoriert werden würde.

Die unterschiedlichen Ebenen dieser Blockchain würde defekte oder sogar gehackte Geräte automatisch erkennen und isolieren. Solange sie fehlerhafte Daten senden, werden sie ausgeschlossen um die Blockchain sauber zu halten.

Entwickler an der Universität von Sydney verfolgen eine anderen Ansatz. Für ihre Version eines durch eine Blockchain abgesicherten Smart Homes haben sie den üblichen Internet Router durch einen starken Mining-Rechner ersetzt. Über ihn läuft innerhalb des Hauses nicht nur eine eigene Blockchain innerhalb einer Blockchain ab, er regelt auch die Verbindung aller Endgeräte des Hauses mit dem Haus selber und dem Internet der Außenwelt. Je mehr Geräte das Haus bietet, desto sicherer wird es - ganz im Gegensatz zur heutigen Sichtweise. In einem zentralen Sicherheitssystem würde jedes zusätzliche Gerät ein zusätzliches Sicherheitsrisiko darstellen, da es einzeln angegriffen werden könnte. Auf einer Blockchain verstärkt jedes Gerät die Sicherheit. Der Ansatz ist so einfach wie faszinierend. Auch hier wird ein defektes Gerät automatisch ausgesperrt und abgeschaltet. In diesem Modell würde sogar eine intelligente Glühbirne, die von einem Botnet gefangen wurde um Rechenkraft für einen Angriff auf einen außenliegenden Server zu Verfügung zu stellen als fehlerhaft erkannt, obwohl die Blockchain gar nicht in Gefahr wäre.

Blockchains sind kein Allheilmittel

Bei allen Vorteilen sind Blockchains noch immer menschgemacht. Die Technik ist in sich perfekt, hat aber dennoch Nachteile. Ganz vorne ist die 51 Prozent Regelung der meisten Blockchains. Für Sicherheitsfragen kann sich hieraus ein Problem ergeben. Wenn 51 Prozent der Blockchain einen Fehler als korrekt ansehen, dann wird er nicht mehr als Fehler erkannt. Deswegen ist es auch für die kleinste Blockchain wichtig über möglichst viele Knoten und möglichst beteiligte Geräte zu verfügen. Stärke liegt hier in der Anzahl. Genauso wichtig ist es aber eigentlich, dass diese Geräte weit auseinander stehen, bestenfalls über den gesamten Erdball verteilt sind. Je näher sie sich geografisch befinden, desto leichter könnten Hacker die notwendigen 51 Prozent für eine Deutungshoheit übernehmen.

Auf einer reinen Rechner-Blockchain wäre dies nur mit einer immensen Rechenkraft möglich, Endgeräte wie Smart Watches, intelligente Toaster oder Glühbirnen haben aber nur sehr wenig Rechenkraft. Sie zu übernehmen, auch in Gänze, wäre deutlich einfacher.

Ein Blick in die Zukunft des Internets

Noch erscheint vieles davon wie absolute Science-Fiction. Dabei könnten diese Projekte schon bald Realität werden. Allerdings stellt sich dabei ein gewaltiges Problem ein: Das Internet, wie wir es kennen, ist den Anforderungen nicht gewachsen. Es schafft es ja nicht einmal wirklich die derzeitigen Forderungen zu erfüllen. Wir befinden uns am Anfang eine komplett neue Infrastruktur für den nächsten Schritt der digitalen Revolution zu errichten. Dabei spielen vor allen Dingen flächendeckende Hochleistungsnetze im Mobilfunk eine entscheidende Rolle.

FAZIT

Die Vorteile der Blockchain-Technologie überwiegen eindeutig - ja, sie scheinen geradezu alle Zweifel und Kritik zu überragen. Das ist dann auch schon der erste Schwachpunkt. Wir müssen die Technologie verstehen und konstruktiv kritisch bleiben, wenn wir nicht irgendwann von den Schattenseiten dieser Zukunftsvision überrollt werden wollen.

Die realen Risiken sind im Grunde überschaubar und zu managen - wenn man weiß, was man tut. Damit ist der zweite kritische Punkt aber auch der schwerwiegendste, denn schließlich haben sich die Technologie-Riesen der letzten Jahrezente allesamt nicht gerade mit Ruhm bekleckert, wenn es um Verantwortungsbewusstsein, Transformation und Innovationen ging. Aus unserer Sicht braucht es eine riesige Menge kleiner, spezialisierter Unternehmen (vielleicht 2 - 200 Mitarbeiter?!), die mit den nötigen Kompetenzen dem dezentralen Aspekt gerecht werden und die nötige Menge an Kontenpunkten sicherstellen.

Ob und wie dies ohne zentrales Kontrollorgan in der Praxis funktionieren wird und wie wir mit Missbrauch umgehen werden, kann aktuell nicht abgesehen werden. Wir rechnen aber, zumindest während der Umstellung des Word Wide Web, mit einer abgespeckten bzw. pervertierten Form des Blockchain-Ansatzes. Was sich dann daraus entwickelt, ist und bleibt vorerst die spannende Frage!


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